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::: Sich dazu bekennen, dass man vom Nachrichter abstammt kommt einem „Outing“ gleich. ::::
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©Daniel Beyer.
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Den „Beruf“ des Scharfrichters vorzustellen dürfte ein schwieriges, wenn nicht überhaupt, das schwierigste Kapitel, dieser Seiten sein.
Es sei hier gleich hervorgehoben, dass im Gegensatz zu einem „normalen“
Beruf, der Scharfrichter niemals eigenmächtig handelte. Der
Vollstreckung einer Folter sowie einer Exekution ging immer ein
Gerichtsurteil voraus. Ob die Folter oder Exekution berechtigt war,
sollte hier nicht zur Debatte stehen. Ich möchte deswegen von jetzt an
auch nicht mehr die Benennung Scharfrichter
verwenden sondern den Namen „ Nachrichter“, da diese Bezeichnung wohl
besser die „Arbeit“ dieser Berufssparte
erklärt. Es steht natürlich außer Frage, dass das Vollstrecken eines
Urteils, so wenig in juristischer wie in moralischer Beziehung ein
“ehrloses“ Geschäft war. Klar und deutlich: Unsere Vorfahren waren genau sowenig Gauner oder Sadisten wie die Vorfahren von irgend jemand anderem auch.
„Sein Beruf wie auch seine Familie waren verachtet. Als „unehrlicher Mann“ konnte er kein ehrliches Gewerbe betreiben und in keine Zunft eintreten, weshalb er oft einen Nebenverdienst als Abdecker , Wasenmeister, Frauenwirt, Hundefänger, Verarzter von Mensch und Tier u, a. hatte.
Seine Zurücksetzung erklärt sich teils aus dem Abscheu vor diesen Nebenbeschäftigungen, teils aus dem in heidnischen Tabuvorstellungen wurzelnden Grauen vor seiner blutigen Tätigkeit, ferner aus der Scheu vor den geheimnisvollen Künsten, die er als Geisterbanner, und Kurpfuscher trieb.“ |